Stand 09.06.2020 / 12:30 Uhr

 

Sehr geehrte Eltern,

Sie haben Fragen zur Risikoeinschätzung in Bezug auf die Coronavirus-Pandemie.

Zunächst darf ich auf die Stellungnahme der DGPK zu diesem Thema verweisen, hier finden Sie einen link zum Download:

http://www.kinderkardiologie.org

Mitnichten sind die von uns betreuten Kinder mit korrigierten Herzfehlern mit der Risikogruppe von „Erwachsenen mit Vorerkrankungen“ vergleichbar. Das bedeutet, dass ich für Ihr in meiner Praxis betreute Kind mit einem nicht behandlungsbedürftigen und/oder korrigierten Herzfehler oder einer arteriellen Hypertonie in den allermeisten Fällen kein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung durch das SARS-CoV-2-Virus sehe. Eine echte Grippe wäre – nach dem, was bisher bekannt ist – gefährlicher. Natürlich gibt es – wie immer in der Medizin – auch hier Ausnahmen. Es ist vorstellbar, dass Kinder und Jugendliche, bei denen eine bedeutsame Einschränkung der Herzfunktion und gleichzeitig eine Einschränkung der Lungenfunktion vorliegt, einen schwereren Verlauf einer Erkrankung durch SARS-CoV-2 erleiden könnten. Belege dafür gibt es bislang nicht. Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind zu diesen seltenen Ausnahmefällen gehört, die möglicherweise ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben könnten, dann schreiben Sie mir eine Nachricht per Email.

Viel wahrscheinlicher ist, dass Kinder, wenn sie sich anstecken, gar keine Symptome haben, aber massenhaft Viren im Nasen-Rachen-Raum produzieren und dadurch alle ihre Kontaktpersonen anstecken. Die Studienlage dazu ist allerdings dürftig und teilweise widersprüchlich.

Bitte beachten Sie die angeordneten Hygienemaßnahmen sowie die Kontakt- und Reisebeschränkungen konsequent und ausnahmslos. Kinder gefährden im Zweifelsfall die älteren, viel stärker gefährdeten Mitmenschen, ohne selbst gefährdet zu sein.

Nützliche Hinweise, u.a. zur Umsetzung der Maskenpflicht finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Wir erleben eine für alle nie da gewesene Ausnahmesituation. Jeder kann einen Beitrag dazu leisten, dass die Zahl der schwer Erkrankten nicht zu schnell ansteigt und dadurch möglichst allen schwer Erkrankten die maximalen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Bleiben Sie gesund.

Herzliche Grüße

Dr. med. C. Irtel von Brenndorff